Standkühlschrank ohne Gefrierfach Test & Ratgeber

Der Standkühlschrank ohne Gefrierfach eignet sich für alle, die kein extra Gefrierteil benötigen und beim Kühlteil auf Funktionalität statt Schnickschnack setzen. Der Standkühlschrank sieht zwar etwas einfacher aus als so eine schicke Kühl Gefrierkombination, doch spiegelt sich das auch im Preis wider.

Dieser Ratgeber erklärt die besonderen Eigenschaften und Ausstattungsmerkmale der Standkühlschränke ohne Gefrierfach. Was ist beim Kauf zu beachten? Wie lauten die wichtigsten Kaufkriterien?

Worin unterscheiden sich Standkühlschränke ohne Gefrierfach von Modellen anderer Bauart?

Einige Hersteller bezeichnen diese Geräte auch als „freistehend“ im Gegensatz zu „integrierbar“ oder „unterschiebbar“. Anders als Modelle für den Einbau in einen Küchenschrank besitzen Standkühlschränke einen eigenen Handgriff oder seitliche Griffmulden. Wenn die Höhe der Geräte zwischen ca. 85,0 und 100,0 cm liegt, bilden viele Hersteller die Oberseite der Standgeräte zumeist als Abstell- oder Arbeitsfläche aus. Statt eines integrierten Gefrierfachs bieten diese Modelle im Kühlraum eine weitere Ablagefläche. Darüber hinaus unterscheiden sich Standgeräte ohne Gefrierfach nicht von anderen Kühlschränken.

Welche Voraussetzungen sollte der Standort mitbringen?

Standkühlschränke erfordern bezüglich des Standorts keine besonderen Voraussetzungen. Daher lassen sich diese Geräte überall aufstellen – solange eine Steckdose vorhanden ist. Allerdings benötigen die Geräte auf der Rückseite einen gewissen Abstand zur Wand, um einwandfrei und auch leise zu funktionieren. Den seitlichen Abstand zur Wand gibt meistens die Kühlschranktür mit Griff vor: Damit sich die Obst- und Gemüseschublade problemlos herausziehen lässt, muss die Tür mindestens im Winkel von 90° öffnen. Alle Hersteller weisen auf erforderliche Mindestabstände in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts hin. Auch bei Standkühlschranken ohne Gefrierfach gehört ein wechselbarer Türanschlag zum Standard. Die Geräte können also sowohl mit der rechten als auch der linken Seite an der Wand stehen. Somit zeichnen sich Standkühlschränke ohne Gefrierfach durch Flexibilität bezüglich des Standorts aus.

Warum auf ein Gefrierfach verzichten?

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Es gibt verschiedene Gründe für die Anschaffung eines Standgeräts ohne Gefrierfach. Häufig besitzen Haushalte bereits einen Gefrierschrank im Keller. Daher benötigt der Kühlschrank in der Küche kein zusätzliches Gefrierfach und ein Kühlraum mit etwas mehr Fassungsvermögen erscheint sinnvoller. Andere Haushalte verzichten bewusst auf den Konsum von Tiefkühlprodukten und haben deshalb auch keine Verwendung für ein Gefrierfach. Außerdem finden Standgeräte ohne Gefrierfach häufig Verwendung als Zweitgerät, das im Keller oder der Speisekammer steht und nur dem Kühlen von Getränken dient.

Wie viel Fassungsvermögen bietet ein Standkühlschrank ohne Gefrierfach?

Das Fassungsvermögen der Geräte dieser Bauart reicht von ca. 80 bis zu 400 Litern. Allerdings gibt es auch kleinere Standgeräte ohne Gefrierfach, diese vermarkten Hersteller jedoch als Minikühlschränke oder Minibars.

Die Anbieter von Standkühlschränken ohne Gefrierfach

Zu den Anbietern zählen bekannte Hersteller wie Miele oder Bosch, aber auch Beko, Bomann oder Gorenje produzieren frei stehende Kühlschränke ohne integriertes Gefrierfach. Zumeist bieten die verschiedenen Marken in jeder Größenkategorie mindestens einen Standkühlschrank ohne Gefrierfach an.

Die Ausstattungsmerkmale

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Den Innenraum dieser Geräte statten alle Hersteller mit einer Obst- und Gemüseschublade sowie mehreren Ablagen aus. Mithilfe der seitlichen Führungsschienen lassen sich Fächer mit unterschiedlicher Höhe einrichten. Einige Modelle bieten zudem teilbare Ablagen, sodass in einem Bereich auch besonders hohe Lebensmittelverpackungen stehen. Außerdem besitzen alle Standgeräte ohne Gefrierfach verschiedene Türfächer, wobei das unterste Fach immer stehende Flaschen oder Getränkekartons aufnimmt. Häufig besitzt ein Türfach eine Ablage für Eier und viele Hersteller statten das oberste Fach mit einer transparenten Klappe aus. Während die Türableger und Gemüsefächer aus Kunststoff bestehen, verwenden zahlreiche Marken Sicherheitsglas für die Ablagen. Die Anzahl der Ablagen, Gemüsefächer und Türableger richtet sich nach der Größe des Geräts: Modelle mit viel Fassungsvermögen besitzen bis zu drei unterschiedliche Gemüsefächer.

Alle Geräte besitzen im Innenraum eine Beleuchtung und einen Temperaturregler. Während in den unteren Preisklassen einfache Drehregler zum Einsatz kommen, statten Hersteller ihre Geräte im oberen Preissegment mit digitaler Temperaturregelung und Display aus. In der gehobenen Preisklasse zeichnen sich die Standkühlschränke ohne Gefrierfach zudem durch verschiedene Kühlzonen mit unterschiedlichen Temperaturen aus. So bleiben Obst und Gemüse oder Fleisch bei entsprechender Temperatur und Luftfeuchtigkeit lange frisch.

Die Abtauautomatik verhindert ein Vereisen der Rückwand des Kühlraums und gehört bei Standgeräten ohne Gefrierfach fast immer zu den technischen Ausstattungsmerkmalen. Im mittleren bis oberen Preissegment statten Hersteller ihre Geräte mit einem akustischen Warnsignal aus, das bei nicht richtig geschlossener Kühlschranktür ertönt.

Der Energieverbrauch

Die Energieklassen des europäischen Energielabels berücksichtigen Gefrierfächer. Also darf ein Kühlschrank mit Gefrierfach mehr Energie verbrauchen als das gleiche Modell ohne Gefrierfach – bei übereinstimmender Energieeffizienzklasse. Ein Beispiel: Zwei Geräte besitzen die gleichen Außenabmessungen, aber nur ein Modell verfügt über ein Gefrierfach. Dabei beträgt der Nutzungsinhalt bei dem Modell ohne Gefrierfach 145 Liter. Das andere Gerät besitzt ein Gefrierfachvolumen von 18 Litern und der Kühlraum fasst 125 Liter. Beide Geräte zeichnet das Energieetikett mit der Effizienzklasse „A+++“ aus. Allerdings verbraucht das Gerät mit Gefrierfach 98 kWh pro Jahr und das Modell ohne Gefrierfach benötigt im gleichen Zeitraum nur 68 kWh. Bei gleicher Größe und Energieklasse verbraucht somit ein Kühlschrank ohne Gefrierfach grundsätzlich weniger Strom als ein Gerät mit Gefrierfach. Dieses Prinzip gilt nicht nur für Standgeräte, sondern auch für alle anderen Bauarten. Also bedeutet der Verzicht auf ein Gefrierfach grundsätzlich ein geringerer Energieverbrauch.

Energieeffizienzklasse Energieeffizienzindex EEI* Durschschnittliche Einsparung gegenüber Effizienzklasse A
A+++ EEI < 22 60%
A++ 22 <= EEI < 33 40%
A+ 33 <= EEI < 44 20%
A 44 <= EEI < 55
B 55 <= EEI < 75
C 75 <= EEI < 95
D 95 <= EEI < 110
* = EEI: Der Energieeffizienzindex wird relativ komplex berechnet. Wichtige Faktoren sind der Energieverbrauch, das Nutzvolumen der verschiedenen Fächer und deren Temperatur sowie ein Korrekturfaktor.

Was ist beim Kauf eines Standkühlschranks ohne Gefrierfach zu beachten?

Auch bei Standkühlschränken ohne Gefrierfach stellt für einen Neukauf die Größe bzw. das Fassungsvermögen das wichtigste Kriterium dar. Nach dem Bestimmen der geeigneten Größe folgen Überlegungen zur Energieeffizienzklasse. Hierbei geht es um ein Abwägen, da Geräte mit der höchsten Effizienzklasse – innerhalb des Sortiments eines Herstellers – grundsätzlich mehr kosten als Modelle geringere Effizienz. Auf der anderen Seite sind die laufenden Stromkosten bei einem sehr effizienten Kühlschrank niedriger. Häufig lohnt sich die Investition in ein sparsames Modell.

Bei der Innenausstattung werden meistens die Qualitätsunterschiede erkennbar. Hier zeichnen sich viele Markengeräte durch hochwertige Verarbeitung und die Verwendung langlebiger Materialien aus. Viele seitliche Führungsschienen im Innenraum erhöhen immer die Flexibilität in der Aufteilung des Kühlraums. Bei den Türfächern macht es Sinn, auf ein Flaschenfach mit hohem Rand zu achten: Die Flaschen stehen dann sicher und fallen beim schwungvollen Öffnen der Tür nicht heraus. Bezüglich der Alltagstauglichkeit geben die Kundenbewertungen für die verschiedenen Standkühlschränke ohne Gefrierfach häufig einen guten Anhaltspunkt, da unpraktische Ausstattungsdetails vielen Besitzern gleichermaßen auffallen.

Eine zusammenfassende Checkliste:

  • Welches Fassungsvermögen soll das Gerät besitzen?
  • Liegt ein Modell der Energieklasse „A+++“ im veranschlagten Budget?
  • Welche Anforderungen bestehen an die Ausstattung?

Anhang: Typenschild bei Siemens Kühlschränken

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